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«Schlechten Geschmack und Vulgarität liebe ich über alles»

KUNST & KULTUR

Helmut NewtonMit Werken des weltberühmten Fotografen Helmut Newton eröffnet das Musée de la Photographie Charles Nègre an Nizzas Blumenmarkt am 17. Februar seinen neuen Standort. In Anwesenheit von Bürgermeister Philippe Pradal, dem künstlerischen Direktors des Museums Marie-France Bouhours sowie dem deutschen Konservator der Helmut Newton-Stiftung Matthias Harder  wurden die Werke der Presse im Voraus enthüllt. Die sehenswerte Ausstellung «Icônes» läuft noch bis zum 28. Mai.

Bei einigen von Newtons Bildern wird gewiss so manch konservativer Betrachter zweimal schlucken. Sinnliche Aktfotos, einige mit pornografischem Touch, Einblicke in abgründige Phantasien, aber auch einzigartige Aufnahmen von Persönlichkeiten wie Charlotte Rampling 1976 in Saint Tropez, David Bowie 1982 in Monaco, Andy Warhol 1976 in Paris oder Leni Riefenstahl 2000 in Pöcking –sie alle tragen die meisterhafte Handschrift eines Könners seines Fachs.

Helmut Newton revolutionierte in den 1960-er Jahren dank seiner bis dahin nicht gesehenen Arbeitsweise mit der Kamera die Welt der Mode-Fotografie. Er kannte keine Scheu, war von einem Freiheitswillen besessen, der vor nichts Halt machte. Nur guten Geschmack konnte er nicht leiden: ««Schlechten Geschmack und Vulgarität liebe ich über alles».

Helmut Newton wurde 1920 als Helmut Neustädter in Berlin geboren. Sein Vater war ein deutscher Jude, seine Mutter Amerikanerin. Schon sehr früh interessierte er sich für die Fotografie. 1936 verließ Newton das Nazi-Deutschland, ging nach Singapur, bevor er nach Australien auswanderte. Nach dem Krieg arbeitete er unter anderem für die Magazine Playboy und Vogue. Helmut Newton lebte viele Jahre im Parc Saint Roman in Monaco. Im Jahr 2000 starb er in Los Angeles.

Petra Hall

Musée de la Photographie Charles Nègre

1, Place Pierre Gautier – Nice

www.museephotographie.nice.fr