Haupt-Reiter

„Journées Européennes du Patrimoine“: Blick hinter die Kulissen

KUNST & KULTUR

Auch bei der 35. Auflage der „Journées européennes du patrimoine“ können Interessierte am kommenden Wochenende einen Blick in private und öffentliche Kulturstätten Frankreichs erhaschen. Viele Städte an der Côte d’Azur planen zu diesem Anlass besondere Veranstaltungen.

Einmal im Jahr bekommen Neugierige und Interessierte die Möglichkeit, hinter ansonsten meist verschlossene Türen zu blicken. Die 35. Ausgabe der «Journées européennes du patrimoine» (Europäische Tage des Kulturerbes) steht an diesem Wochenende bevor. Samstag und Sonntag laden viele Städte an der Côte d’Azur zum kulturellen und kostenlosen Entdecken ihrer privaten und öffentlichen Gebäude ein. Dieses Jahr neu: Eine Super-Lotterie zu Ehren der Kulturtage. Das „Loto du patrimoine“ feiert am Samstag, 14. September, seinen Höhepunkt. Es gilt, einen Jackpot von 13 Millionen Euro zu knacken.

Bei der Summe darf man jedoch nicht vergessen, worum sich das eigentliche Programm am kommenden Wochenende dreht: die Kulturstätten. Unter dem Motto „L'art du partage“ (die Kunst des Teilens) öffnen 17.000 Gebäude frankreichweit ihre Pforten, darunter öffentliche Gebäude wie Botschaften, Rathäuser, Gefängnisse und Krankenhäuser, aber auch private Einrichtungen wie Villen oder Schlösser. 26.000 Veranstaltungen in vielen verschiedenen Städten begleiten die diesjährigen Kulturtage.

In Cannes öffnen insgesamt 20 Kulturstätten ihre Türen der Öffentlichkeit. Dieses Jahr neu dabei ist unter anderem das Château Font de Veyre, in dem auch das Conservatoire de musique de Cannes angesiedelt ist. Besucher können am Samstag Kurse des Konservatoriums begleiten und Instrumente ausprobieren. Noch aktiver wird es bei den angebotenen Radtouren, die im Rahmen der „Semaine de la mobilité“ angeboten werden. In Gruppen von je zehn Personen werden am Sonntag die geöffneten Stätten angefahren.

Das Renoir Museum in Cagnes-sur-Mer bietet am Samstag um 15 Uhr ein Atelier „carte pop-up an“, hier können Besucher kreativ werden. Und auch Kinder kommen nicht zu kurz: Ein neuer spielerischer Rundgang durch die Ausstellung soll den jungen Museumsgängern die Werke und das Leben Renoirs näherbringen.

In Nizza ist es an dem Wochenende unter anderem möglich, das Rathaus, die Église Des Franciscains und das Fort De Mont-Alban zu besichtigen. In der Ausstellung „Racine[s] ! Les influences italiennes dans le patrimoine niçois“ im Centre du patrimoine ergründet die Stadt ihre Wurzeln. Auch musikalisch und künstlerisch möchte Nizza sein Erbe nach außen tragen. Neben zahlreichen Konzerten spielt das Duo Zephyris im Théâtre Francis-Gag das Aufeinandertreffen verschiedener Künstler und Autoren der Côte d’Azur nach – witzig-poetisches Theater, am Sonntag um 14.30 Uhr. Alle, die ihr Wochenende etwas sportlicher gestalten wollen, können dem Stadion Allianz Riviera und dem Musée National du Sport einen Besuch abstatten. Hier dreht sich alles um die Geschichte des französischen Sports, außerdem werden Stadion-Führungen und sportliche Aktivitäten für die ganze Familie angeboten. Neue Sportarten wie „piloxing“ oder „Quiddich“ können Besucher entdecken und ausprobieren.

Etwas gemütlicher geht es in dem zwölf Kilometer entfernten Bergdorf Tourrette-Levens zu. Der Espace culturel bietet am Samstag eine Ausstellung rund um den Künstler Toulouse-Lautrec an und lädt am Sonntag um 16 Uhr zu einem Spectacle de Marionnettes ein. Am Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 14 und 18 Uhr, können Kinder im Musée de la préhistoire als Archäologen tätig werden.

Eine besondere Vorführung erwartet Besucher in Aix-en-Provence: 15 Tage lang gastiert das junge Ensemble „La Ville en feu“ im Grand Théâtre de Provence. Die 13 Künstler zeigen am Samstag, den 15. September, von 10 bis 12 Uhr und um 14 Uhr Ausschnitte ihres Werkes „Sacre“, einer Überarbeitung in eine A-Cappella-Version des Stückes „Die Frühlingsweihe“. Der Eintritt ist nach Reservierung frei (Tel.: 08 2013 2013).

Im Nationalpark Port-Cros kann man auf den Spuren berühmter Autoren der Region wandeln. Am Samstag um 15 Uhr weiht der Direktor des Nationalparks, Marc Duncombe, eine neue Informationstafel über das Fort de la Vigie, seine Geschichte und Architektur ein. Der Schriftsteller Sylvain Tesson wird als Ehrengast anwesend sein. Das Fort de l’Estissac ist Samstag und Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet und bietet eine Ausstellung über die Schriftsteller von Port-Cros an.

In Monaco findet der „Journée européenne du patrimoine“ eine Woche später, am 23. September, statt. Auch im Fürstentum empfangen Besitzer exklusiver Gebäude Interessierte. Außerdem locken traditionelle Tänze und Gesänge der Folklore-Gruppe „La Palladienne“ auf die Place de la Mairie.

Weitere Informationen und das ganze Programm der „Journées européennes du patrimoine“ finden Sie auf www.journeesdupatrimoine.culturecommunication.gouv.fr.

CJ