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Alle Jahre wieder: Blaue Quallen an den Stränden der Côte d’Azur

CÔTE D’AZUR

Seit Beginn der Woche sind die Strände zwischen Beaulieu-sur-Mer und Nizza mit kleinen blauen Segelquallen bedeckt. Sie sind ungefährlich, allerdings verbreiten sie einen widerlichen Gestank.

Blaue QuallenSie sind ein Zeichen des Frühlings: Jedes Jahr um diese Zeit tummeln sich an der Côte d’Azur tausende von kleinen "blauen Quallen", genannt auch Segelqualle oder Velella. Diese Woche wurden Scharen der kleinen Tierchen an Strände in Nizza und in Beaulieu-sur-Mer angespült.

Quallen werden häufig als Schädlinge betrachtet; der Kontakt mit Feuerquallen kann zu Verbrennungen und allergischen Schocks führen. Diese hier sind zum Glück nicht gefährlich, allerdings stinken sie beim Verrotten stark. Eigentlich gehört Velella velella auch nicht zur Gattung der Quallen. Sie gehört zwar wie die Quallen zur Familie der Nesseltiere und besteht zu 90 Prozent aus Wasser, zählt allerdings zu Polypen, aus denen mikroskopische Quallen entstehen. Wenn man sie umdreht und den violetten Teil mit dem Finger berührt, berührt man hundert kleine Tiere, eben Polypen.

Dieses Jahr sind sie früher aufgetaucht als üblich. Normalerweise stranden die Segelquallen erst Ende Mai oder im Juni an der Côte d'Azur. Die kleinen blauen Wesen können sich nicht von selbst fortbewegen, sie werden von Wind und Wasser geschoben. Sobald sie auf Grund laufen und an den Stränden zerfallen, fangen sie an zu stinken. Das Positive an den „blauen Booten“, wie sie wegen ihrer Form auch genannt werden: Ihr Auftauchen zeigt Wissenschaftlern, dass das Meer einigermaßen sauber ist, da die Tierchen wenig verschmutztes Wasser brauchen. Andere wiederum argumentieren, dass das massenweise Auftauchen mit einem Rückgang der Meeresschildkröten einhergehe.

Montagabend wurde eine Ölpest in Nizza gemeldet, die tatsächlich aber die blaue Flut von Quallen betraf, die die Küste entlang trieb. Mit der Ölpest im Golf von Genua vom vergangenen Wochenende hat der Vorfall also nichts zu tun.

NB