Haupt-Reiter

"Aus dem Nichts": Trostpreis in Cannes, Hauptpreis in Hollywood

KULTUR

Europas Kinohauptstadt Cannes erlebt zurzeit eine tiefe Genugtuung: Fatih Akins Terror-Drama "Aus dem Nichts" mit Diane Kruger in der Hauptrolle, für die sie bei den 70. Filmfestspielen 2017 mit dem Darstellerpreis geehrt worden war, hat gestern in Hollywood nun einen Golden Globe (für den besten nicht-englischsprachigen Film) gewonnen. Es ist der erste Globe für einen deutschen Film seit acht Jahren. Akin hatte nach eigenen Angaben noch in der Nacht zum Montag seine Frau in Hamburg mit der guten Nachricht geweckt.

Die Niedersächsin Kruger, eigentlich Krüger, die fließend Englisch und Französisch spricht und ihre Rollen vielfach selbst synchronisiert, war vor zehn Jahren die erste Deutsche gewesen, die beim Filmfestival von Cannes als Gastgeberin („maîtresse de cérémonie“) die Auftaktzeremonie sowie die Preisgala moderierte. 2008 war sie in die Wettbewerbsjury der 58. Berlinale berufen worden.

2012 wurde die 41-jährige deutsch-amerikanische Aktrice in die Wettbewerbsjury der 65. Festspiele von Cannes aufgenommen. 2015 gehörte sie der Jury der 72. Internationalen Filmfestspiele von Venedig an.

Ihren Durchbruch erlebte Diane Kruger 2004 als Helena in Wolfgang Petersens Troja, als Abigail Chase an der Seite von Nicolas Cage in dem Abenteuerfilm "Das Vermächtnis der Tempelritter (2004), "Das Vermächtnis des geheimen Buches" (2007) und als Bridget von Hammersmark in "Basterds".

Kruger war bis 2006 mit dem französischen Schauspieler Guillaume Canet verheiratet, danach (bis 2016) mit dem kanadischen Schauspieler Joshua Jackson liiert. Seit 2013 ist sie amerikanische Staatsbürgerin.

Rolf Liffers