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Betrug mit Wohnungen: 1,7 Millionen Euro unterschlagen

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2012 verkaufte Thierry B. unter falschen Angaben mehrere Wohnungen in Nizza an überwiegend skandinavische Käufer. Wohnungen, die teils nicht fertiggestellt oder gar gepfändet waren. Heute steht Thierry B. vor Gericht. Er soll Gelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro veruntreut haben.

Zwischen 400 000 und 900 000 Euro kosteten die angeblich frisch renovierten Wohnungen im Stadtteil Fabron im Westen von Nizza, die Thierry B. 2012 an seine Kunden verkaufte. In Wahrheit wurden viele davon nie fertiggestellt und einige waren zu dem Zeitpunkt bereits gepfändet, um die Schulden des 52-Jährigen zu tilgen.

Für 2,2 Millionen Euro kaufte seine Gesellschaft Kaprim die Villa Montana, die in 17 Wohnungen unterteilt werden sollte und Renovierungen in Höhe von 800 000 Euro bedurfte. Die 3 Millionen Euro wurden Kaprim von der Banque Populaire Côte d’Azur zur Verfügung gestellt. Sie sollten auf ein Konto der Gesellschaft transferiert werden. 1 746 000 Euro davon kamen allerdings nie dort an. Stattdessen wurden sie auf ein Konto der Hong Kong & Shanghai Banking Corporation überwiesen. Thierry B. wird nun eine Veruntreuung der Gelder vorgeworfen.

„Nicht auszumalen, was aus dem Geld geworden ist. Seit 2013 befinden sich meine schwedischen Mandanten in einer Schleife aus endlosen Gerichtsprozessen. Ein echter Albtraum“, erklärte einer der Anwälte der Klägerseite. 

Der Verteidiger hingegen behauptet: „Juristisch gesehen ist der Vertrauensbruch der Gesellschaft Kaprim zuzuschreiben“, nicht seinem Mandanten. 

Die Staatsanwaltschaft plädiert auf eine Strafe in Höhe von 50 000 Euro, 18 Monate Haft auf Bewährung und Entschädigung der Opfer. Am 10. November wird über den Fall entschieden.

Birgit Kieckhäfer