Haupt-Reiter

Direktflug Nizza-Peking: Die Côte d’Azur öffnet sich China

WIRTSCHAFT

Der Flughafen Nizza hat den ersten kommerziellen Flug aus Peking empfangen. Air China verbindet ab sofort die Hauptstadt der Côte d’Azur dreimal pro Woche mit der chinesischen Hauptstadt. In den Airbus A330-200 Maschinen der Fluggesellschaft haben 227 Passagiere Platz, darunter 28 in der Business Class. Die Region erhofft sich von der neuen Flugverbindung nicht nur ein erhöhtes touristisches Aufkommen, sondern allgemein engere Wirtschaftsbeziehungen mit China.

Flugzeug China Frankreich Nizza Peking Jungfernflug Handel Seidenstraße WirtschaftDer Jungfernflug aus Peking erreichte Nizza vergangenen Freitag um 8 Uhr morgens, und die Maschine wurde medienwirksam mit einem „Wassersalut“ willkommen geheißen. Unser Verlag Riviera Press war vor Ort, um an der Empfangszeremonie teilzunehmen.

Die neue Route verspricht der lokalen Wirtschaft einen erheblichen Aufschwung. Vor allem die Tourismusbranche erhofft sich einen erheblichen Anstieg der Touristenzahlen aus China. Neben Air China bewarben sich weitere Fluggesellschaften bereits Anfang des Jahres, um weitere Strecken zwischen der Côte d’Azur und dem Reich der Mitte fliegen zu können – unter anderem Hainan Airlines, die ab Oktober die Route Nizza-Peking viermal pro Woche bedienen, und Shanghai Airlines, die ab Januar 2020 viermal wöchentlich Shanghai ansteuern werden.

Historisches Ereignis: „Neue Seidenstraße“
Doch vorerst ist Air China der alleinige Anbieter auf diesem Markt. Möglicherweise war es der wenige Monate zurückliegende Besuch von Präsident Xi Jinping an der Côte, der den Deal zwischen Air China und dem Flughafen von Nizza beschleunigt hat. Die Partnerschaft mit Air China wird als historisches Ereignis für die Region gewertet, was den künftigen Austausch mit China und die Entwicklung der Marke „Destination Côte d’Azur“ angeht.

Tan Huanmin, Vize-Präsident von Air China, bezeichnet das Jahr 2019 als Meilenstein für die Freundschaft zwischen Frankreich und China. Es liege 55 Jahre zurück, dass beide Länder erneut diplomatische Beziehungen miteinander aufnahmen, und 45 Jahre, dass der erste Direktflug zwischen China und Frankreich in Paris gestartet wurde. Huanmin vergleicht die neue Flugstrecke Nizza-Peking sogar mit einer „neuen Seidenstraße, die neue Wachstumsperspektiven sowohl für die Côte d’Azur als auch für China bringt“.

Bislang 16 chinesische Unternehmen an der Côte
China Franjreich Flugzeug Fluglinie Jungfernflug Seidenstraße Wirtschaft Tourismus WachstumDie neue Flugverbindung mit Asien sei nicht zu unterschätzen und Teil einer Strategie, die bereits Anfang der 1990er-Jahre entwickelt wurde, sagte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi während der Willkommenszeremonie am Freitag. Er ging besonders auf die Bedeutsamkeit des Austausches zwischen China und Frankreich ein, der nicht nur der Tourismusbranche diene, sondern allen Wirtschafts-Bereichen: „Die Côte d’Azur hat bewiesen, dass sie ein sicherer Anlaufpunkt sowohl für viele chinesische Bürger als auch für Unternehmen ist.“ In der Tat zählt die Handelskammer Nizza derzeit 16 chinesische Unternehmen, die sich in den Alpes-Maritimes niedergelassen haben und insgesamt 350 Arbeitsplätze generieren. Insbesondere der Technologiemogul Huawei hat einen Forschungs- und Entwicklungs-Standort in Sophia-Antipolis eröffnet. Das Unternehmen ist ebenfalls Partner von Monaco Telecom und rüstet das Fürstentum aktuell mit der neuen 5G-Technologie aus. Estrosi erhofft sich eine ähnliche Partnerschaft auch für Nizza.

Vergangenes Jahr kamen mehr als 100.000 chinesische Touristen an die Côte d’Azur. Diese Zahl soll sich dank der neu geschaffenen Flugverbindungen bis zum Jahr 2025 verdoppeln, was China in die Top 10 der größten Märkte für die Côte katapultieren würde. Doch das Spiel funktioniert auch andersherum: Gemäß einer Umfrage von Air China im Jahr 2018 würden 55 Prozent der Franzosen gerne China noch vor dem Jahr 2030 besuchen.

Diese Wechselseitigkeit der Partnerschaft mit Air China betonte Christian Estrosi in seiner Rede besonders. Beide Länder sollten in allen Bereichen gemeinsam voranschreiten. Die neue Flugverbindung sei ein Spiegel der Bestrebungen beider Länder, das jeweils andere besser kennenzulernen. Für die Zukunft wünscht sich der Bürgermeister von Nizza nicht nur vier Flüge wöchentlich, sondern einen täglich.

AB/JM