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Eine Nacht, drei Schießereien - in Marseille und Aix

PROVENCE

Bandenkriege in Marseille und AixDie Begebenheiten der letzten Nacht in Marseille und Aix lesen sich fast wie ein Krimi: Bei Schießereien wurde ein Mensch getötet, zur selben Zeit ereignete sich eine rasante Verfolgungsjagd auf der Autobahn A55.

Das erste Opfer der letzten Nacht war ein 27-Jähriger, der bei einer Schießerei im Viertel Jas-de-Bouffon in Aix-en-Provence nahe seiner Wohnung sein Leben verlor. Der junge Mann, offenbar in illegale Bandenaktivitäten verwickelt, war der Polizei bereits bekannt. Anfang Februar war das Viertel schon einmal Schauplatz einer Schießerei gewesen: Ein 33-Jähriger wurde damals mit einer Kalaschnikow getötet.

Weniger als eine Stunde später kam es gestern in einem Banlieu im Norden von Marseille zum nächsten Angriff: Ein Schwerverletzter wurde ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand sei kritisch.

Zur selben Zeit ereignete sich das spektakulärste Ereignis der letzten Nacht: Auf der Autobahn A55 zwischen Martigues und Marseille verfolgten die Insassen eines Citroën C4 und eines BMW einen Renault Twingo und schossen auf ihn. Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Steuer und starb kurz darauf in seinem brennenden Auto. Wenige Kilometer weiter wurde der BMW der Angreifer verbrannt aufgefunden – die Täter wollten offensichtlich alle Spuren verwischen. In der Nacht wurden bereits Zeugen vernommen, die Täter befinden sich noch auf freiem Fuß. Die Polizei zeigte sich schockiert über die blutigen Ereignisse der letzten Nacht.

Die Region Bouches-du-Rhône gilt als sozialer Brennpunkt: Vor allem der illegale Drogenhandel sorgt für ein hohes Maß an Kriminalität. Im Jahr 2016 gab es dort im Zusammenhang mit Bandenkriegen 29 Tote.

Clara Swaboda