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Erste unterirdische Straßenbahn rollt in Nizza aus dem Tunnel

CÔTE D’AZUR

Großer Bahnhof unter den Straßen von Nizza: Unter den gespannten Blicken von Politprominenz und Journalisten fuhr Bürgermeister Christian Estrosi gestern mit der ersten Straßenbahn des „West-Ost“-Tramway-Projektes (Ouest-Est) in der unterirdischen Haltestelle Alsace Lorraine ein. Die Tram ist eine von vieren, die Hafen und Flughafen miteinander verbinden werden. Offiziell werden diese Haltestelle und ein Teilstück der neuen Strecke im Juni dieses Jahres in Betrieb genommen.

Tunnel mit BahnStraßenbahnklingeln im unterirdischen Nizza: Der Bürgermeister der Stadt, Christian Estrosi, hat am gestrigen Donnerstag im Beisein zahlreicher offizieller Vertreter die erste unterirdische Straßenbahn des Projektes „West-Ost“ (Ouest-Est) samt Haltestelle präsentiert. Alsace Lorraine heißt der U-Bahnhof, der sich unter dem gleichnamigen Park am Boulevard Victor Hugo befindet.

Zum symbolischen ersten Mal ist die neue Tram gestern Morgen mit einem Klingeln aus dem Tunnel gefahren, um den Bürgermeister der Stadt an der Alsace-Lorraine-Station abzusetzen, wo er von zahlreichen Journalisten empfangen wurde. „Am 8. Juni wird der Garten Alsace-Lorraine eröffnet und im gleichen Monat wird die Tram in Gang gesetzt“, kündigte Estrosi an. Im kommenden Monat würden eine Reihe von Testläufen durchgeführt: Unter anderem das Fahrzeug, die Spurweite und das Bodenbelastungssystem sollen geprüft werden.

Alsace Lorraine ist eine von vier unterirdischen Haltestellen, die den Westen und Osten der Stadt verbinden werden. Die anderen drei sind die Stationen Jean-Médecin, Durandy und Garibaldi. Alle vier befinden sich zwischen dem Hafen und dem Boulevard Grosso. Die gestern erstmals zugänglich gemachte Haltestelle wird über zwei Eingänge zu betreten sein, die sich zusammen mit dem Ausgang in den gleichnamigen Garten integrieren. „Es wurde versucht, die überirdischen Einrichtungen in Einklang mit der Stadt zu bringen“, erklärte Audrey Lanne, Architektin des Büros Schall, welches für das Projekt verantwortlich ist.

Die Haltestelle verfügt über drei Etagen, die durch Rolltreppen verbunden sind: die oberste, in der der Ticketkauf möglich ist, das Zwischengeschoss, in dem man sich für sein Ankunftsziel entscheiden muss, und schließlich die unterste, in der sich die Schienen befinden. Man habe versucht, voluminöse und lichtdurchflutete Räume zu schaffen, die ein Gefühl von Sicherheit bieten sollen.

Tunnel EstrosiDer Tunnel ermöglicht eine effiziente Anbindung der Innenstadt, ohne dabei das architektonische Erbe der Stadt anzurühren. Außerdem „wird es den überirdischen Verkehr mindern, was umweltfördernd ist“, so Estrosi.

Sinja Klock