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Meisterkoch Joël Robuchon ist im Alter von 73 Jahren gestorben

GOURMET

Mit bis zu 32 Michelin-Sternen hielt Joël Robuchon mehr Sterne als jeder andere Koch auf der Welt. Restaurants führte der Franzose unter anderem in New York, Tokio, London und in Monaco – dort sogar gleich drei. Gestern ist er an den Folgen einer Krebserkrankung in Genf gestorben.

Er brachte das Kartoffelpüree in die Sterneküche, ließ sich von anderen Kulturen inspirieren und betrieb Restaurants auf der ganzen Welt. Der Tod des berühmtesten und meistausgezeichneten Sternekochs löst weltweit Trauer aus. Joël Robuchon ist gestern im Alter von 73 Jahren in Genf seinem Krebsleiden erlegen.

In einem Interview, das er 2015 der RIVIERAZEIT gab, sagte er: „Wenn ich mich nicht irre, habe ich zurzeit 16 Restaurants in der ganzen Welt.“ Dabei klang er nicht großspurig, sondern zeigte seine Weltoffenheit und Bodenständigkeit trotz seiner 32 Michelin-Sterne und weiterer Auszeichnungen. So wurde er 1989 vom Restaurantführer Gault-Millau zum „Koch des Jahrhunderts“ gekürt und bereits 1976 als Meilleur Ouvrier de France ausgezeichnet.

Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges in Poitiers geboren, ist er mit einfachen Gerichten aufgewachsen. In seinem ersten eigenen Restaurant Le Jamin in Paris, setzte er Kartoffelpüree auf die Karte und bewies Mut. Denn, wie er dem RZ-Magazin verriet, „Püree war zu dieser Zeit in der französischen Küche verpönt“. 1984 bekam er drei Michelin-Sterne – diese habe er auch seiner Spezialität zu verdanken. Seitdem hat er zahlreiche Kochbücher verfasst, beliebte Fernseh-Kochsendungen moderiert, Restaurants weltweit eröffnet und neue talentierte Köche ausgebildet.

Obwohl er überall zuhause und ständig unterwegs war, pflegte er mit Monaco eine ganz besondere Beziehung. 2003 hatte Christophe Cussac, Küchenchef im Hotel Métropole in Monaco, bei ihm angefragt. Zunächst stellte er Bedingungen, doch schnell schloss er das Fürstentum in sein Herz. „Ich liebe das Fürstentum mit seiner internationalen Kundschaft, und es ist ein Vergnügen, mit der Besitzerfamilie Boustany zusammenzuarbeiten“, sagte er im RZ-Interview 2015. Außerdem schätzte er die kritische Klientel Monacos, die durch ihren sozialen Status und ihre Weltoffenheit über ein objektives Urteilsvermögen verfüge.

Als Meisterkoch wurde er im Fürstentum vor allem im Le Métropole und seinem japanischen Restaurant Yoshi gefeiert. Nicht nur als Koch, auch als Mensch wird Joël Robuchon den Monegassen und Gourmets weltweit fehlen.

Catharina Jäckel