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Neue Verordnung soll für mehr Sicherheit von Fußgängern sorgen

FRANKREICH

Mehr Rücksicht an Zebrastreifen, keine Alkoholfahrten mehr: Eine Verordnung, die am Dienstag im Journal Officiel, dem staatlichen Amtsblatt für Frankreich, veröffentlicht wurde, verändert die geltende Verkehrsordnung in Frankreich.

2017 sind in Frankreich laut dem Innenministerium 519 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, darunter mehr als die Hälfte bei Zusammenstößen mit Autos. Außerdem sind mehr als 11.000 Fußgänger im Straßenverkehr verletzt worden. Als Reaktion auf die gestiegene Sterblichkeitsrate hat das Comité interministériel de la sécurité routière (CISR) im Januar 2018 Maßnahmen erlassen. In einer Rechtsverordnung wurden diese am Dienstag im Journal Officiel, dem staatlichen Amtsblatt für Frankreich, veröffentlicht.

So ist es von nun an möglich, Autofahrer, die Fußgänger gefährden, aus der Distanz zu verwarnen. Dies geschieht durch Kameras und Radargeräte. Wer den Vorrang von Fußgängern nicht respektiert, bekommt in Zukunft sechs statt vier Punkte abgezogen.

Außerdem soll stärker gegen das Fahren unter Alkoholeinfluss vorgegangen werden. Fahrer, die mehr als 0,8 Gramm Alkohol im Blut haben und erwischt werden, dürfen bis zu sechs Monate ausschließlich mit einem Auto fahren, das eine Alkohol-Wegfahrsperre installiert hat. Bevor der Fahrer losfährt, muss er in ein Röhrchen pusten. Nur, wenn er keinen Alkohol getrunken hat, startet der Motor. Eine zweite Überprüfung erfolgt 20 Minuten nach Fahrtbeginn. Die Installationspflicht kann das Gericht auf bis zu fünf Jahre verlängern. Für die Kosten der Sperre und ihrer Installation müsse der Fahrer zudem selbst aufkommen. Die Alkoholwegfahrsperre soll eine Alternative zum Führerscheinentzug bieten. Alkoholsünder werden auf diese Weise nicht daran gehindert, ihren Beruf auszuüben.

CJ