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So stellen Sie Gärtner & Co. korrekt und steuersparend ein

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Anwältin Michaela Schreyer mit Kanzlei an der Côte d’Azur schreibt regelmäßig exklusiv für die RivieraZeit über Wissenswertes und Neues aus der Welt des Rechts – mit besonderem Blick auf die Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen Rechtsprechung. Diesmal: das praktische und steuersparende französische Prozedere, um Personal für Serviceleistungen wie Putzen, Gartenarbeiten, Kinder oder Seniorenbetreuung einzustellen.

In Frankreich gibt es ein sehr praktisches und einfaches Prozedere, um Personal für Serviceleistungen wie Putzen, Gartenarbeiten, Kinder oder Seniorenbetreuung über den «chèque emploi service» (Service-Scheck) einzustellen, was zusätzlich steuerliche Vorteile hat, da 50 Prozent der Kosten von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können.

Um arbeitsrechtliche Fallstricke zu umgehen, sollte Folgendes beachtet werden:

 Bei Einstellung Eröffnung eines Arbeitgeberkontos «CESU» über die Website www.cesu.urssaf.fr, Rubrik «créer mon compte». Damit wird die Einstellung von Personal den Behörden gemeldet und darüber erfolgt dann monatlich die Deklaration des bezahlten Gehaltes für die automatische Berechnung der Sozialabgaben. Die Abbuchung erfolgt auf dem dort angegebenen Bankkonto. Die Deklaration führt zur automatischen Erstellung einer Gehaltsabrechnung, die an den Arbeitnehmer versandt wird.

 Das Gehalt muss mindestens dem französischen SMIC (also 9,76 € brutto pro Stunde, also circa 7,52 € netto) entsprechen, zuzüglich 10 Prozent pauschal für bezahlten Urlaub.

 Erst ab 8 Wochenstunden ist es notwendig, formell einen Arbeitsvertrag zu erstellen, aber auch für geringere Arbeitszeiten vermeidet dies zukünftige Streitigkeiten.

 Bezahlter Urlaub ist im Gehalt enthalten, natürlich hat das Personal Anspruch auf Urlaub wie jeder andere Angestellte auch, wird aber währenddessen nicht weiter bezahlt. Es ist somit ratsam, jede Abwesenheit für Urlaub oder auch andere Gründe mit dem Angestellten abzustimmen und schriftlich festzuhalten, dass beide Parteien einverstanden sind. Denn sonst kann zukünftig eine Gehaltsnachforderung auf Sie zukommen.

 Bei Kündigung des Arbeitsvertrages ist besondere Vorsicht geboten. Trotz des sehr vereinfachten Systems, was Einstellung und Abrechnung der Sozialabgaben angeht, kommen hier formelle Pflichten auf den Arbeitgeber zu. Eine Kündigung sowohl durch den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber muss schriftlich am besten per Einschreiben mit Rückschein erfolgen und immer motiviert sein. Es muss eine Kündigungsfrist eingehalten werden, die je nach Betriebszugehörigkeit zwischen zwei Wochen und zwei Monaten beträgt, und bevor die Kündigung durch den Arbeitgeber ausgesprochen werden darf, muss eine Vorladung zu einem Gesprächstermin erfolgen.

 Bei Ableben des Arbeitsgebers beendet dies zwar automatisch den Arbeitsvertrag, dennoch ist es notwendig, dass die Erben formell ein Einschreiben mit Rückschein an den Arbeitnehmer richten, um ihn entsprechend zu informieren. Es läuft ab dem Datum des Todes eine Kündigungsfrist an, die wie auch das letzte Gehalt aus dem Nachlass bezahlt werden muss. Sofern diese Formalität nicht erledigt wird, läuft der Vertrag zu Lasten des Nachlasses weiter, was sehr teuer werden kann.

 Dem Arbeitnehmer muss bei Kündigung eine Arbeitsbescheinigung und Abrechnung sowie eine Bestätigung für das Arbeitsamt («attestation pôle emploi») ausgehändigt werden. Dieses Dokument lässt sich leider nicht automatisch über die Website www.cesu.urssaf.fr erstellen, sondern muss über die Website des Arbeitsamtes www.pole-emploi.fr beschafft werden. Sofern dies nicht erfolgt, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Maître Michaela Schreyer
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