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Xi Jinping plus Gelbwesten: Nizza im Ausnahmezustand

CÔTE D’AZUR

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping logiert von Sonntag bis Montag im Negresco in Nizza. Auch vor dem Hintergrund der für den morgigen Samstag geplanten Gilets-Jaunes-Demonstrationen werden für den Besuch diverse Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen, Sonntag und Montag unter anderem die Schließung der Promenade des Anglais für den Verkehr.

Nizza im Ausnahmezustand: Von Sonntag, 24. März, bis zum Montag, 25. März, wird der chinesische Staatschef Xi Jinping im Anschluss an seinen Besuch beim monegassischen Fürsten und das folgende Abendessen mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron im Hotel Negresco nächtigen. Auch mit Blick auf die eskalierenden Demonstrationen der Gilets Jaunes in Paris und deren für morgen in Nizza geplanten Demonstrationen wird für den Staatsbesuch die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen. Die Kundgebungen der Gelbwesten werden sich laut Nice Matin sehr wahrscheinlich auf der Place Garibaldi abspielen, könnten sich aber auch auf den Hauptbahnhof Thiers oder die Promenade des Anglais ausweiten.

Um während des China-Besuchs Sicherheit zu garantieren, haben Premier- und Innenminister die Rahmenbedingungen vorgegeben: Die Promende des Anglais wird während der zwei Besuchstage für den Verkehr gesperrt – ab Sonntag, 8 Uhr morgens, bis Montag um 19 Uhr. Dort gilt überdies ein Versammlungs- und Demonstrationsverbot. Zudem wird es verstärkte Kontrollen von Fahrzeugen, Motorrädern und Personen geben.

Es wird empfohlen, über die Schnellstraße Voie Mathis auszuweichen. Die Bahnhöfe Nizza-Riquier, Villefranche-sur-Mer, Beaulieu-sur-Mer, Èze und Cap d’Ail bleiben den ganzen Sonntag geschlossen. Die Buslinien 3, 8, 9/10, 11, 12, 22, 23, 52, 59, 60, 62, 70, 94, 98, 99, 730, 740, 750, Cadam, die Nachtbusse N4 und N5 und die Schulbusse A und M werden umgeleitet. Mehr Informationen dazu finden sich unter www.lignesdazur.com

Der chinesische Staatschef, als Repräsentant von 1,4 Milliarden Einwohnern, darunter 3,4 Millionen Millionären, wird als ein höchst relevanter Gast betrachtet. China hat im Jahr 2015 rund 150 Millionen Auslandsreisende gezählt; 10 Prozent von ihnen führte es nach Europa. Frankreich ist ihr bevorzugtes Reiseziel in Europa – mit zwei Millionen Aufenthalten im Jahr 2017 mit jeweils 5,4 Nächten. An der Côte d’Azur landet das Reich der Mitte auf dem 15. Platz des Tourismusmarktes. Im Süden bleiben die Chinesen, so die Statistik weiter, nur für einen relativ kurzen Aufenthalt; sie sind stärker auf Multireiseziele und vor allem auf Paris konzentriert.

SK