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Boris Herrmann will erster Deutscher bei der Vendée Globe sein

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Boris Herrmann will der erste Deutsche werden, der bei dem härtesten Rennen um die Welt, der Vendée Globe, 2020 an den Start geht. Der Yacht Club de Monaco, unter dessen Flagge er mit der Hochseeyacht «Malizia II» segelt, und sein langjähriger Freund Pierre Casiraghi unterstützen ihn.

Es klingt nach einem Film. Ein Lehrersohn aus Oldenburg möchte seinen Kindheitstraum verwirklichen und zum größten Abenteuer seines Lebens aufbrechen: zur Vendée Globe 2020 – der härtesten und berühmtesten Einhand-Regatta der Welt, die 40 000 Kilometer um die Welt führt. Hilfe von außen ist nicht zugelassen. Nach dieser Solo-Regatta richtet Boris Herrmann, 37, schon jetzt jedes Training und Rennen aus. Unterstützung erfährt er unter anderem vom Yacht Club Monaco, einem Automobilkonzern und seinem Segel-Freund Pierre Casiraghi, 30, jüngster Sohn von Caroline von Monaco, Prinzessin von Hannover.

Monaco ist der Heimathafen des Wahl-Hamburgers, dort liegt sein Arbeitsgerät, die Hochseeyacht «Malizia II», ein knapp 20 Meter langes Segelboot. Und dort lebt Casiraghi, mit dem er an Zweihand-Regatten teilnimmt und der fest an den Start seines Freundes bei der Vendée Globe glaubt. Die extreme Regatta startet am 8. November 2020 in Les Sables-d’Olonne an der Atlantikküste. Dort will Herrmann als erster deutscher Segler in der 29-jährigen Geschichte des Rennens mit «Malizia II» starten. Einen ähnlichen Plan verfolgt auch ein anderer Deutscher, der Hamburger Solosegler Jörg Riechers.

Obwohl Herrmann schon dreimal die Welt umsegelt hat, stellt dieses Rennen ihn vor eine der größten Herausforderungen. «Ich darf keine Fehler machen», erklärt Herrmann im RZ-Gespräch, «mache ich einen, ist das Rennen vorbei.» Die vergangenen acht Auflagen der Regatta kennzeichneten Kenterungen, Rettungsaktionen und hohe Ausfallraten – nicht jeder kommt wieder an der Atlantikküste an. Die schnellsten Segler schaffen es in weniger als 80 Tagen.

Und Boris Herrmann will einer der Schnellsten sein. Obwohl das Rennen noch über zwei Jahre entfernt ist, laufen die Vorbereitungen schon jetzt. Herrmann optimiert sein Boot mit jedem Rennen: «Das Boot zu verbessern und richtig kennenzulernen, ist ein Vollzeitjob», sagt er über seine Vendée-Globe-Yacht. Erfolge bei Rekordversuchen und Regatten, wie zuletzt sein Sieg bei der Transatlantik-Regatta von den Bermuda-Inseln nach Hamburg, bringen ihn weiter. Denn zunächst muss er sich qualifizieren. Nur 30 Skipper dürfen an den Start gehen. Bevorzugt werden jene, die die meisten Meilen in den Globe Series gesammelt haben. An der Monaco Globe Series, der ersten Qualifizierungsrunde, die vom 1. bis 8. Juni dieses Jahres mit Start und Ziel im Fürstentum stattfand, hat er mit Casiraghi erfolgreich teilgenommen. Im November segelt auf der Route du Rhum mit, die von Frankreich nach Guadeloupe führt. «Jedes Jahr sammeln wir ungefähr so viele Seemeilen, wie die Vendée Globe zählt. Das macht über den Vorbereitungszeitraum von vier Jahren 80 000 Seemeilen», sagt Herrmann.

Für seinen Traum kämpft der mutige Deutsche nicht alleine. Kopf seiner fünfköpfigen Crew ist Pierre Casiraghi, außerdem unterstützt ihn ein internationales Team an Technikern. «Es mag nicht so wirken, aber die Vendée Globe ist ein Teamrennen», schmunzelt Herrmann.

Auch bei der gerade zu Ende gegangenen Monaco Yacht Show konnte man ihn und sein Team mit etwas Glück antreffen. Die Show ist ein Event, auf das er stolz ist und das wichtig für den Club und ganz Monaco sei.

Catharina Jäckel